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Neuntöter-Projekt Stallikon

neuntoeter wiki

Der Verein Naturnetz Unteramt beteiligt sich tatkräftig an einem Neuntöter-Förderprojekt im Rahmen des Vernetzungsprojekts Stallikon. Ziel ist es, die Vorkommen und möglichen Habitate des Neuntöters im Raum Stallikon zu kartieren und anschliessend Fördermassnahmen umzusetzen. Damit soll der seltene Vogel zukünftig wieder erfolgreich und regelmässsig im Reppischtal brüten können.

Der Neuntöter ist ein inzwischen seltener Vogel, der in Dornenhecken brütet und Jagd auf Insekten wie Heuschrecken oder Grillen macht. Früher war er noch auf diversen Weiden und Wiesen im Reppischtal und im ganzen Unteramt zu finden, heute brütet er nur noch in ganz wenigen Einzelpaaren. Walter Zuber, der sowohl im Vernetzungsprojekt als auch im Verein Naturnetz Unteramt aktiv ist, hatte daher die Idee, dem Neuntöter unter die Flügel zu greifen und ein Projekt anzustossen. Zuerst sollten die Vorkommen der Art kartiert und anschliessend in geeigneten Gebieten Fördermassnahmen umgesetzt werden. Start des Projektes im Rahmen der Vernetzungsprojekts Stallikon war im Frühling 2016.

Die erste Phase, die Kartierung, ist bereits abgeschlossen. Sie wurde von Mai bis Juli 2016 durch zehn Personen durchgeführt, viele davon Mitglieder des Vereins Naturnetz Unteramt. Jede Person besuchte ein oder mehrere Gebiete insgesamt dreimal, um die Anwesenheit des Neuntöters zu prüfen. Die Helferinnen und Helfer kartierten insgesamt 19 Gebiete mit Dornenhecken und nahrungsreichen Wiesen oder Weiden, in denen in den letzten Jahrzehnten noch Neuntöter gebrütet hatten. Jeder Rundgang dauerte mehrere Stunden. Als Ergebnis fand ein Kartierer auf der Buchenegg ein Neuntöter-Paar in einem möglichen Brutbiotop. Die Erstbeobachtung erfolgte am 15. Mai, eine weitere am 5. Juni (Balzfütterung), am 27. Juni hingegen wurden die beiden Vögel nicht mehr gesichtet. Es ist anzunehmen, dass die Brut abgebrochen wurde, evtl. wegen des Wetters.

Als Vergleichsgebiete untersuchten Ornithologen zwei Flächen in Bonstetten und Aesch, in denen der Neuntöter zuvor erfolgreich gebrütet hatte. Auch aufgrund dieser Beobachtungen wurde klar, dass das Jahr 2016 kein sehr gutes Jahr für den Neuntöter war. In Bonstetten, wo 2015 auf einer Weide eine erfolgreiche Brut stattgefunden hatte, waren 2016 zwar ein Weibchen und ein Männchen anwesend, aber es kam zu keinem Brutnachweis. Und in Aesch, wo ein Neuntöter-Paar in den letzten Jahren erfolgreich gebrütet hatte (ausser 2015), gab es 2016 keine Sichtung eines Neuntöters. Vermutlich ist das nasse und kühle Wetter im Mai und Juni einer der Gründe.

Die Resultate der Kartierungen wurden im Dezember 2016 allen Beteiligten, der Gemeinde und dem Kanton vorgestellt. Auch wenn in Stallikon nur ein Neuntöter-Paar entdeckt wurde, so gibt es doch noch etliche Flächen, die mehr oder weniger für die Art als geeignet erscheinen. Wichtig sind Dornenhecken für den Bau des Nests, ein gutes Nahrungsangebot (vor allem Heuschrecken und andere grössere Insekten und Spinnen) und die Erreichbarkeit der Nahrung. Auch eine südliche Exponierung des Brutgebiets ist förderlich.

Das Projekt geht nun in die zweite Phase, indem im Rahmen des Vernetzungsprojektes versucht wird, die besten Gebiete für den Neuntöter aufzuwerten. Im Vordergrund steht die Pflanzung von Dornensträuchern (Wildrosen, Weissdorn) in geeigneten Gebieten, so zum Beispiel im Raum Gamlikon, im Tägerst an der Bucheneggstrasse oder im Naturschutzgebiet Schleetal. Auch die Pflege und Aufwertung bestehender Hecken – so auf der Buchenegg – und die Anlage von insektenreichen Hecken-Randstreifen werden geplant.

Auch bei diesen Arbeiten wird unter anderem der Verein Naturnetz Unteramt tatkräftig mitmachen. Angestossen wurde das Projekt durch Walter Zuber, den ehemaligen Präsidenten des VNU. Er wird das Projekt auch in Zukunft aktiv begleiten.

Auswertung der Kartierung (PDF)

 

Mai 2017 / Walter Zuber & Stefan Bachmann

Foto: Artur Mikołajewski / Wikipedia